Zwischen Interesse und Entscheidung: Wie Outbound den Faden hält

Seit einiger Zeit beschäftigt uns eine auf den ersten Blick einfache Frage:

Was passiert eigentlich zwischen dem Moment, in dem jemand Interesse zeigt, und dem Moment, in dem ein echtes Gespräch entsteht?

In der Theorie ist die Antwort klar: Jemand meldet sich beispielsweise zu einem Webinar an, hinterlässt Kontaktdaten nach einer Kampagne oder führt ein erstes Gespräch auf einer Messe. Das Interesse ist da. Der Faden ist aufgenommen.

In der Praxis jedoch erleben wir häufig etwas anderes: Der Faden bleibt liegen. Nicht bewusst und schon gar nicht aus mangelndem Engagement, sondern weil der Alltag schneller ist als jede gute Absicht. Projekte drängen, Mitarbeitende brauchen Entscheidungen, Kunden erwarten Antworten. Und so verliert sich zwischen Interesse und Entscheidung manchmal genau das, was eigentlich wachsen sollte.

Und hier kommt „Outbound“ ins Spiel. Gemeint ist damit keine wahllose Kaltakquise, sondern die strukturierte, aktive Kontaktaufnahme mit Menschen, die bereits Berührungspunkte mit dem Unternehmen hatten, also das bewusste Wiederaufnehmen eines begonnenen Gesprächsfadens.

Viele Unternehmen haben ihre Erreichbarkeit gut organisiert. Telefonassistenzen, Serviceprozesse oder Chatlösungen sorgen dafür, dass eingehende Anfragen nicht verloren gehen. Solche Inbound-Strukturen sind sinnvoll und wichtig.

Doch sie sind nicht aktiv, sie bleiben reaktiv, sie greifen erst dann, wenn jemand den nächsten Schritt macht.

Und genau deshalb hat uns unsere eingangs gestellte Frage nicht losgelassen: Was passiert mit all den Kontakten, die grundsätzlich interessiert sind, aber keinen aktiven Termin vereinbaren? Wer sorgt dafür, dass der Faden nicht reißt oder sich verheddert?

Gerade im Mittelstand erleben wir, dass dieses „schwarze Loch“, also die Zeit zwischen Interesse und Kontaktaufnahme, oft nicht klar geregelt ist. Leads werden gesammelt, aber nicht konsequent qualifiziert. Gespräche werden angedacht, aber nicht terminiert. Und am Ende entsteht das Gefühl, Potenzial zu verschenken.

Und das Gefühl trügt nicht. Bei der großen, oft unüberschaubaren Flut an Angeboten gehen Kunden anders an Anfragen heran: Sie suchen bewusst oder lassen suchen, finden ein für sie attraktives Angebot, stellen eine Anfrage. Wird diese nicht zeitnah und zufriedenstellend zurückgespielt, wenden sie sich an den nächsten Anbieter oder verlieren das Interesse. Klingt hart, ist aber leider immer häufiger die eiskalte Realität.

Wir kennen diese Situation auch aus eigener Erfahrung. Als Ehepaar, als Eltern, als Unternehmer tragen wir viel Verantwortung in unterschiedlichen Rollen – gleichzeitig. Struktur ist für uns deshalb kein theoretisches Konzept, sondern eine praktische Notwendigkeit. Wenn Prozesse nicht verlässlich funktionieren, entsteht Unruhe, beruflich wie privat.

Aus dieser Haltung heraus haben wir unseren gigabit.ai Outbound-Manager entwickelt. Nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Strukturhilfe. Er übernimmt klar definierte Schritte in der aktiven Kontaktaufnahme, dokumentiert nachvollziehbar und übergibt nur dann an den Vertrieb, wenn echtes Interesse besteht.

Das Ziel ist nicht, mehr Gespräche zu führen, sondern die richtigen.

Ein typisches Beispiel sind warme Leads aus Webinaren oder Veranstaltungen. Grundsätzlich besteht Interesse, doch nicht jede Person ist sofort bereit für ein vertiefendes Gespräch. Der Outbound-Manager nimmt hier strukturiert Kontakt auf, stellt sich transparent als KI-Assistenz vor und nimmt das Gespräch auf.

Daraus ergeben sich in der Regel drei klare Ergebnisse: kein Interesse, späterer Gesprächswunsch oder ein konkreter Termin. Entscheidend ist, dass der Prozess verlässlich ist und nicht von der aktuellen Auslastung einzelner Mitarbeitender abhängt. Und was geschieht nach dem Telefonat? Hier beginnt der anschließende Workflow: die Kontaktdaten müssen weiterverarbeitet werden:

  • Der Angerufene hat kein Interesse: Der Bot darf diese Person auf keinen Fall noch einmal anrufen.
  • Zeigt der Gesprächspartner Interesse, möchte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erneut kontaktiert werden, muss der Bot eine Wiedervorlage anlegen, damit der Kontakt nicht untergeht und der dünne gerade gesponnene Faden nicht wieder abreißt.
  • Vielleicht freut sich der Interessent auch über die Kontaktaufnahme und vereinbart einen Termin – dann übergibt der Bot an einen erfahrenen Vertriebsmitarbeiter.

Gerade diese Abläufe, die sich während der Outbound-Anrufe im Hintergrund abspielen sind spielentscheidend.

Ganz ähnlich verhält es sich im Marketing. Wenn jemand auf eine Anzeige reagiert oder sich für ein Angebot registriert, erwartet er eine zeitnahe Rückmeldung. Geschwindigkeit ist hier nicht Druck, sondern Professionalität. Wer Interesse zeigt, sollte spüren, dass dieses Interesse ernst genommen wird.

Auch im Außendienst erleben wir, wie schnell Fäden abreißen können. Bestandskunden möchten besucht werden, Termine müssen koordiniert, Routen geplant werden. Ohne Struktur entsteht unnötiger Abstimmungsaufwand. Mit einem klar definierten Outbound-Prozess werden Termine effizient gebündelt und Gespräche gezielt vorbereitet.

Ein Punkt ist uns dabei besonders wichtig: Unsere Systeme geben sich klar als KI-Assistenten zu erkennen. Das ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, die für Inbound- wie Outbound-Telefonie gleichermaßen gilt, sondern für uns auch eine Frage der Haltung. Transparenz schafft Vertrauen. Digitalisierung darf Prozesse vereinfachen, aber sie darf nicht im Unklaren lassen, wer oder was kommuniziert.

Unsere Erfahrung zeigt, dass genau diese Offenheit zu einer hohen Akzeptanz führt. Mitarbeitende erleben die Unterstützung nicht als Konkurrenz, sondern als Entlastung. Sie gewinnen Zeit für Gespräche, in denen Empathie, Erfahrung und Persönlichkeit gefragt sind, also für jene Momente, in denen menschliche Stärke den Unterschied macht.

Kommen wir noch einmal zurück zu unserer Ausgangsfrage. Zwischen Interesse und Entscheidung passiert im besten Fall eines: Struktur.

Struktur bedeutet, dass ein aufgenommener Faden nicht zufällig weitergeführt wird, sondern ganz bewusst, dass Kontakte nicht im CRM liegen bleiben, sondern verlässlich bearbeitet werden und dass Vertrieb nicht vom Zufall, sondern von klaren Prozessen getragen wird.

Der Outbound-Manager ist für uns deshalb nicht nur eine weitere technische Errungenschaft, sondern eine bewusste Entscheidung. Eine Entscheidung Verantwortung für den Zwischenraum zu übernehmen, für mehr Struktur, mehr Leads, mehr Kunden und letztlich mehr Umsatz. Der Outbound-Manager ist von Hause aus strukturiertes Herangehen an dieses Thema gewöhnt und etabliert sich so schnell zu einem Kollegen, der echte Entlastung und Gewinn mitbringt.

Die Antwort auf die obige Frage lautet deshalb: Das „schwarze Loch“ zwischen Interesse und Entscheidung sollte kein Vakuum sein, sondern ein klar strukturierter und verlässlicher Prozess.

Und manchmal bedeutet das ganz schlicht, einen begonnenen Faden nicht reißen zu lassen.

Wenn Sie sich fragen, wie stabil diese Fäden in Ihrem Unternehmen aktuell sind, schauen wir gerne gemeinsam mit Ihnen auf Ihre Prozesse. Nicht, um Technologie in den Vordergrund zu stellen, sondern um Verlässlichkeit zu schaffen.

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Markenpartner der Marke EIFEL – wir sind dabei

Heute geht’s um unsere Heimat, die Eifel. Wir sind hier geboren, groß geworden, weiter gewachsen, angekommen und fühlen eine tiefe Verbundenheit mit dieser auf den ersten Blick vielleicht etwas schroff wirkenden Gegend.

Wir sind waschechte Eifeler und das sagen wir mit einer großen Portion Stolz.

Es gab Zeiten, da hat man auf die Frage: „Na, wo kommst du denn her?“ eine genuschelte Antwort gegeben: „Ähm, ja, aus der Region zwischen Köln und Trier.“ Heute hat sich das zum Glück gewendet. Heute sagen wir stolz: Wir kommen aus der Eifel.

Andre und ich sind Eifel-Kinder und wir sprechen sogar Platt … zwar jeder seine eigene Variante des moselfränkischen Dialekts, aber wir verstehen uns. Naja, zumindest meistens. Da Andre in dem kleinen Dorf Salm nahe Gerolstein geboren wurde, fehlt in seinem Alphabet der Buchstabe G und viele Dinge haben sehr unterschiedliche Bezeichnungen. (Nur ein Beispiel: Wir, ich komme aus Bettenfeld, sagen zu Tannenzapfen „Beschäja“, in Salm sind das „Kipphenscha“.)

Eine Zeit lang war es modern, den Kindern kein Platt mehr beizubringen, weil sich das eventuell negativ auf die schulischen Leistungen auswirken könnte, aber ich habe trotzdem mein Journalismus-Studium hervorragend abgeschlossen, oder  vielleicht gerade deswegen. Wir sind ja praktisch zweisprachig aufgewachsen. Das hat mir immer geholfen. Heute spreche ich mehrere Sprachen. Das Erlernen fällt mir recht leicht, genau wie das Switchen zwischen den einzelnen Sprachen.

Seit vielen Jahren wohnen wir wieder hier in meinem Geburtsort mit direktem Blick auf den Mosenberg, den einzigen Bergkratersee Europas nördlich der Alpen. Auch wenn wir uns hier in der Natur recht gut auskennen, so ist es doch jedes Mal wieder ein Abenteuer durch die Gegend rund um den Vulkan zu spazieren und die Wunder der Natur zu bestaunen.

Sturheit und Eigensinn, aber auch Ehrlichkeit und Fleiß sind Attribute, die man dem Eifler zuschreibt. Zusammenhalt ist etwas, das hier ganz groß geschrieben wird, vor allem in den vielen kleinen Ortschaften. Man kennt sich, man hilft sich, man ist füreinander da.

Aber ich verzettele mich in der Schwärmerei für mein Zuhause …

Auf jeden Fall sind all diese Dinge die entscheidenden Gründe dafür, warum wir hier leben und mitgestalten wollen. Heimat ist für uns nicht Folklore, sondern Verantwortung: dafür, dass junge Menschen Chancen sehen, dass Betriebe Fachkräfte finden, dass Ideen nicht an Kirchturmgrenzen scheitern. Wir wollen, dass die Eifel im Wettbewerb eigene Akzente setzt.

Darum engagieren wir uns in Netzwerken, die aus Haltung Handeln machen. Und genau hier schließt sich der Kreis zu unserer Markenpartnerschaft der Marke Eifel. Für uns heißt das: Türen öffnen, voneinander lernen, schneller ins Tun kommen. Hier gibt es unterschiedliche Perspektiven, aber ein gemeinsames Ziel: die Eifel zukunftsfest machen.

Mit unserer Arbeit bei gigabit.consulting und gigabit.ai denken wir Digitalisierung so, dass sie im Alltag trägt, in Werkstätten, Büros, Rathäusern und auf Baustellen. Prozesse vereinfachen, Wissen sichern, Zeit freischaufeln: Das ist kein Selbstzweck, sondern Vorsprung für Betriebe in der Region und darüber hinaus.

Die Markenpartnerschaft Eifel ist deshalb nicht nur ein Logo, sondern ein Versprechen: Wir bleiben nah an den Menschen, wir teilen Wissen, wir bringen Projekte über die Ziellinie. Wir stehen für Klartext statt Buzzwords, für Verlässlichkeit statt kurzfristiger Effekte und ja, auch für eine gute Portion Eifeler Sturheit, wenn es darum geht, Dinge zu Ende zu bringen.

Heimatstolz heißt für uns: Wir reden nicht nur über die Schönheit der Landschaft, wir arbeiten daran, dass hier Werte geschaffen werden, in gut ausgebildeten Teams, mit moderner Infrastruktur, mit Unternehmen, die mutig investieren. Wenn wir das gemeinsam tun, dann ist die Eifel nicht nur Gegend, sondern ein Ort, an dem Innovation sichtbar wird.

Wenn Sie ähnliche Fragen umtreiben, wie z. B. Ausbildung, Fachkräfte, Digitalisierung, Vereinbarkeit, neue Geschäftsmodelle, dann sprechen Sie uns an, um zu schauen, was wir zusammen anstoßen können. Wir sind hier zuhause. Und wir sind bereit, anzupacken.

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ChatGPT ungeschminkt – Teil 3: Chancen und Zukunft

Samstag, eigentlich im Hause Gilles ein Tag um auszuschlafen, aber heute waren wir schon früh auf den Beinen, um den dritten und somit letzten Teil unserer Mini-Podcast-Serie aufzunehmen. Dann starten wir mal wie immer: Der Kaffee dampft, draußen färbt die Sonne den Himmel langsam rosa, und wir sitzen am Tisch. Der Laptop ist aufgeklappt, die Notizen liegen verstreut, und irgendwo zwischen Kaffeeduft und Kreativchaos reden wir über das, was uns gerade am meisten fasziniert: die Zukunft mit KI.

Denn seien wir mal ehrlich: ChatGPT & Co. sind schon lange mehr als coole Gimmicks. Sie sind gekommen, um zu bleiben und verändern die Art und Weise, wie wir arbeiten, denken und kommunizieren.

In Teil 1 unserer Mini-Serie ging es um die Frage Was geht, was geht nicht?, in Teil 2 haben wir uns die Bereiche Recht und Ethik vorgenommen und heute schauen wir nach vorn: Welche Chancen bietet KI? Wo lauern Risiken? Wie können wir die Zukunft aktiv gestalten, statt passiv alles auf uns zukommen zu lassen? Und was bedeutet das alles für uns als Menschen?

Lange war KI ein reines Tool: ein digitales Helferlein, das Aufgaben schneller erledigt. Doch das ändert sich gerade rasant.
Die neuen Systeme sind multimodal, d. h. sie verstehen Text, Bild, Ton und Video gleichzeitig. Sie können also nicht nur schreiben, sondern auch sehen, hören und sprechen.

Und damit wird KI vom bloßen Tool zum kollaborativen Partner, zum stets gut gelaunten Teammitglied. In Unternehmen wie auch im Alltag kann sie bereits heute vor allem bei repetitiven Routineaufgaben helfen und Platz schaffen für das, was uns Menschen wirklich ausmacht: Kreativität, Intuition und Empathie.

  • Mehr Zeit für das Wesentliche: Routineaufgaben, Recherchen oder Entwürfe übernimmt die KI.
  • Neue Kreativität: Durch Impulse, Perspektiven und Denkanstöße.
  • Besserer Zugang zu Wissen: KI kann komplexe Inhalte verständlich machen.

Und genau hier sehen wir auch unser eigenes KI-Assistenzsystem gigabit.ai. Auch unsere KI-Agenten haben sich in den letzten Monaten rasant weiterentwickelt. Konnten sie anfangs „nur“ Telefonate entgegennehmen, sind sie jetzt in der Lage komplexe Dialoge zu führen, auch ausgehend und aus diesen Callflows echte unterstützende Workflows zu generieren, die losgelöst kompetent und sicher im Hintergrund ablaufen, ohne dass ein menschlicher Kollege sich darum kümmern muss.

Also echte Teammitglieder, die 24/7 zuverlässig, stets höflich und immer gut gelaunt ihre Arbeit erledigen und den Menschen entlasten.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Mit jeder neuen Technologie kommen Fragen nach Verantwortung und Kontrolle auf.

Was passiert, wenn wir uns zu sehr auf KI verlassen?
Wenn Content plötzlich im Überfluss entsteht aber niemand mehr überprüft, ob er stimmt?
Wenn ganze Berufsbilder sich verändern oder verschwinden?

Und dann ist da noch der Energieverbrauch: KI-Systeme brauchen enorme Rechenleistung. Jede Anfrage kostet Strom, viel Strom. Deshalb sollten wir unsere Ansätze stets auch im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften überprüfen.

Manchmal hilft ein Blick in die Filmwelt, um die Dimensionen zu verstehen: In „Ex Machina“ zum Beispiel verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine und in „Terminator“ übernimmt die KI die Macht. Ja, klar, das sind übertriebene Hollywood-Ideen, aber diese Geschichten sind Warnungen in Zeitlupe, denn sie zeigen ziemlich eindrucksvoll, wenn auch überspitzt, was passiert, wenn Technik sich schneller entwickelt als unser Wertekompass.

Und genau hier liegt meiner Meinung nach die eigentliche Herausforderung: Technologie kann nur so verantwortungsvoll sein, wie die Menschen, die sie einsetzen.

Schon als Kinder haben wir gelernt, dass es nichts gibt, dass uns so schnell Erfahrungen sammeln lässt, wie das Ausprobieren. Wenn du also Lust hast, dich selbst ein bisschen spielerisch an das Thema heranzutasten, haben wir hier drei einfache Möglichkeiten für dich:

  1. Kochen mit KI: Lass ChatGPT ein Rezept mit drei Zutaten erstellen und teste, ob’s schmeckt.
  2. Bild beschreiben lassen: Lade ein Foto hoch und sag der KI: „Beschreibe dieses Bild in 3 Sätzen als wäre es ein Instagram-Post.“
  3. Kreatives Brainstorming: „Erstelle fünf Ideen für einen Kindergeburtstag drinnen bei Regen.“

So bekommst du ein Gefühl dafür, wie KI denkt, wie sie dich im Alltag unterstützen kann und wo sie an ihre Grenzen stößt.

KI ist kein Feind aber auch kein Wundermittel. Sie ist ein Werkzeug und wie bei jedem Werkzeug entscheidet der, der es in der Hand hält und führt.

Wenn wir sie klug einsetzen, kann sie uns stärken:

  • Sie nimmt uns Routine ab.
  • Sie öffnet neue Räume für Kreativität.
  • Sie bringt uns dazu, unsere Werte wie Verantwortung, Menschlichkeit und Nachhaltigkeit neu zu überdenken.

Aber sie darf nie das Steuer übernehmen.

Mit dieser dritten Folge endet unsere kleine Reise durch die Welt von ChatGPT und künstlicher Intelligenz, jedoch das Thema bleibt spannend, denn die Veränderungen sind bereits jetzt fast täglich spürbar und die Fahrt wird noch rasanter … und wir freuen uns darauf.

Wir werden weiter experimentieren, ausprobieren, lachen, scheitern, lernen und das Ganze mit euch teilen.
Denn das ist die eigentliche Stärke dieser neuen Ära: gemeinsam neugierig bleiben.

🎧 Hier geht’s direkt zur dritten Podcast-Folge: Gilles² – TEIL 3

ChatGPT ungeschminkt – Teil 2: Recht & Ethik

Heute ist Mittwoch, aber das ist eigentlich auch der einzige Unterschied zur Aufnahme der letzten Folge. Der Kaffee duftet, der Himmel ist noch ein bisschen grau und wir sitzen schon wieder zusammen, Mikro an, Notizen auf dem Tisch.
In der letzten Folge haben wir uns angeschaut, was ChatGPT kann und was nicht. Wir haben euch gezeigt, wie ihr KI-generierte von menschlich erstellten Texten unterscheiden könnt und ein paar Tipps zum Prompting zusammengetragen. Heute wird’s etwas ernster. Denn sobald KI-Texte veröffentlicht, geteilt oder gar verkauft werden sollen, stellt sich unwillkürlich die Frage: Ist das eigentlich erlaubt?

Da auch wir uns immer wieder mit dieser und ähnlichen Fragen konfrontiert sehen, reden wir in dieser Folge über die Aspekte Recht und Ethik. Klingt auf den ersten Blick trocken, ist in Wahrheit aber echt interessant und betrifft jeden, der mit KI arbeitet, schreibt oder Content erstellt.

Kurz gesagt: Niemandem.
Nur Werke, die von Menschen geschaffen werden, sind urheberrechtlich geschützt. Somit ist ein von ChatGPT geschriebener Text gemeinfrei, das heißt du darfst ihn theoretisch nutzen, verändern, veröffentlichen.

Aber: Nur weil man etwas darf, heißt das noch lange nicht, dass man es auch sollte.

Denn wer einen KI-Text eins zu eins übernimmt und unter eigenem Namen veröffentlicht, gibt etwas als eigenes geistiges Eigentum aus, das es nicht ist. Rechtlich mag das (noch) kein Problem sein, aber ethisch ist es äußerst fragwürdig.

Hier spricht jetzt die Journalistin in mir: Wir sind dem Pressekodex des Deutschen Presserates verpflichtet, deshalb möchte ich den Sprecher des Presserats Manfred Protze aus dem Magazin KOM aus dem September 2024 zitieren: „Wer sich zur Einhaltung des Pressekodex verpflichtet, trägt die presseethische Verantwortung für alle redaktionellen Beiträge, unabhängig von der Art und Weise der Erstellung. Diese Verantwortung gilt auch für künstlich generierte Inhalte.“ Wer also KI-generierte Texte eins zu eins übernimmt, ohne zu prüfen oder zu überarbeiten, riskiert Fehler, Glaubwürdigkeitsverlust und wirkt austauschbar. Mein Tipp: Nutzt die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz zum Brainstormen, um die Kreativität anzukurbeln, wenn diese nicht sofort anspringen will und betrachtet die Texte als grobe Rohware. Wenn ihr sie dann überarbeiten und dem geschriebenen Wort eure eigene Stimme verleiht, macht ihr den oft austauschbar und tröge klingenden Text zu eurem eigenen unverkennbaren Werk.

Hier wird’s tricky: Auch KI-generierte Bilder haben keinen klassischen Urheber. Aber Vorsicht, denn viele Bildgeneratoren greifen auf Trainingsdaten zurück, die aus urheberrechtlich geschützten Quellen stammen.

Dazu kommt: Wenn ein KI-Bild eine echte Person abbildet oder einem Markenlogo ähnelt, kann das zu Verstößen gegen Persönlichkeits- oder Markenrechte führen.

„Sind diese (Bilder) mithilfe von KI entstanden, müssen sie als Symbolbilder gekennzeichnet werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass künstlich generierte Bilder die Realität abbilden.” (Manfred Protze, Magazin KOM 09/24)
Unser Tipp: Verwende KI-Bilder nur, wenn du weißt, woher sie kommen, oder nutze sie, genau wie die generierten Texte, lediglich als Ideenskizze für eigene Entwürfe.

Technisch ist heute fast alles möglich. Aber die eigentliche Frage lautet: Was ist verantwortungsvoll und vertretbar?

Ist man einmal darauf aufmerksam gemacht worden, fällt es tatsächlich in vielen Bereichen auf: KI-Texte, die zwar auf den ersten Blick neutral klingen, tragen unbewusst so genannte Bias, also Vorurteile oder Verzerrungen, weiter.
Fragt man ChatGPT zum Beispiel nach einem CEO, bekommt man fast immer denselben Typ gezeigt: männlich, weiß, Anzug, selbstbewusstes Lächeln. Bestimmte kulturelle Vorstellungen werden als Standard gesetzt. Das ist stereotypisch, diskriminierend, unausgewogen und kann sich zu einem echten Problem auswachsen. Besonders heikel sind solche Bias im Recruiting, im Journalismus und bei politischen Themen.
Jedoch ist das kein böser Wille der KI, sie spiegelt lediglich die Daten, mit denen sie trainiert wurde. Deshalb hier ein Tipp zum Umgang mit diesem Hindernis: Erkennen, hinterfragen, diversifizieren, und die KI bewusst nutzen, denn sie ist ein Werkzeug, kein objektiver Richter.

  1. Darf ich das, was ich da veröffentliche, rechtlich wirklich nutzen?
  2. Wem schade ich, wenn ich es tue?
  3. Sollte ich transparent machen, dass der Text von KI unterstützt wurde?
  4. Trägt der Text unbewusst Vorurteile weiter?
  5. Ist der Einsatz an dieser Stelle sinnvoll oder einfach nur bequem?

Was viele vergessen, sind die immensen Energiekosten. Und KI kostet Energie. Viel Energie.
Jede Textgenerierung, jedes Bild, jede Anfrage verbraucht Strom.

Deshalb gilt für uns: KI da einsetzen, wo sie echten Mehrwert bringt und nicht einfach, weil sie gerade „cool“ ist.

KI kann Texte schreiben, Bilder malen, Stimmen klonen. Aber sie hat kein Bewusstsein, keine Haltung, keine Verantwortung.
Das bleibt unsere Aufgabe als Journalist:innen, als Unternehmer:innen, als Menschen.

In Teil 3 unserer Mini-Serie „ChatGPT ungeschminkt“ schauen wir nach vorn: Welche Chancen bringt KI? Wo liegen Risiken und wie können wir die Zukunft aktiv gestalten, statt nur zu reagieren?

Es wird visionär, ein bisschen Sci-Fi aber wie immer mit Bodenhaftung, Kaffee und der richtigen Portion Gilles²-Humor.

🎧 Hier geht’s direkt zur zweiten Podcast-Folge: Gilles² – TEIL 2

Chat GPT ungeschminkt – Teil 1: Was geht, was geht nicht?

Es ist Sonntagmorgen, die Sonne kämpft sich durch den Nebel und wir sitzen mit einer Tasse Kaffee am Tisch. Während wir noch ein bisschen verschlafen in die Tasse blinzeln, reden wir über das Thema, das gerade alle bewegt: ChatGPT. Uns war schnell klar, dazu machen wir eine Mini-Serie. Nicht trocken und technisch, sondern so, wie wir das immer machen, eben auf unsere ganz spezielle Gilles²-Art: mit einer Prise Humor, persönlich, aber auch kritisch und nah an der Praxis

Und das erwartet euch in unserer 3-teiligen Mini-Serie „ChatGPT ungeschminkt“:

  • In Teil 1 starten wir mit der Frage: Was geht, was geht nicht?
  • In Teil 2 wird es etwas ernster – wir schauen auf rechtliche und ethische Aspekte.
  • Und in Teil 3 werfen wir schließlich einen Blick in die Zukunft.
  • Ideen sortieren und Vorschläge machen
  • Erste Entwürfe liefern
  • Struktur schaffen, wo Chaos herrscht
  • Routine-Aufgaben übernehmen
  • Halluzinationen: plausible, aber falsche Fakten (z. B. der „Mosenberg“ mit 1.200 Metern Höhe 😅)
  • Austauschbare Texte: glatt, aber ohne Persönlichkeit
  • Kein echtes Wissen: die KI spiegelt nur Muster
  1. Klingen zwar rund, bleiben aber austauschbar.
  2. Nutzen Floskeln wie „insgesamt“, „darüber hinaus“, Unmengen von Gedankenstrichen und immer gleiche Satzkonstruktionen.
  3. Fakten klingen sicher und werden selbstbewusst präsentiert, sind aber oft schlicht und ergreifend falsch.

Hierzu haben wir ein Beispiel mitgebracht: Zwei Texte zum selben Thema, einmal KI-generiert, einmal menschlich formuliert. Anhand dieser Texte wollen wir euch zeigen, wie ihr die Unterschiede erkennt:

„An einem Sonntagmorgen scheint die Sonne durch den Nebel und eine Tasse Kaffee steht dampfend auf dem Tisch. Es ist ein perfekter Moment, um über spannende Themen wie künstliche Intelligenz nachzudenken. ChatGPT ist eine der bekanntesten Anwendungen und bietet zahlreiche Chancen sowie Herausforderungen. In diesem Artikel möchten wir einige Tipps geben, wie man ChatGPT effektiv nutzen kann. Außerdem werfen wir einen Blick auf rechtliche und ethische Aspekte sowie auf zukünftige Entwicklungen – damit erhältst du einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten dieser Technologie.“

👉 Typisch: Glatt, rund, korrekt klingend, aber sehr allgemein, austauschbar, ohne echte Persönlichkeit.

„Es ist Sonntagmorgen, die Sonne kämpft sich durch den Nebel und wir sitzen mit einer Tasse Kaffee am Tisch. Während wir noch ein bisschen verschlafen in die Tasse blinzeln, reden wir über das Thema, das gerade alle bewegt: ChatGPT. Uns war schnell klar, dazu machen wir eine Mini-Serie. Nicht trocken und technisch, sondern so, wie wir das immer machen, eben auf unsere ganz spezielle Gilles²-Art: mit einer Prise Humor, persönlich, aber auch kritisch und nah an der Praxis.“

👉 Typisch: Persönlich, atmosphärisch, mit kleinen Details ausgeschmückt, einer Prise Umgangssprache und eben ganz viel eigenem Stil. All das sind Dinge die KI fehlen. Man spürt eine echte Stimme, keine „glatte Broschüre“.

So lässt sich der Unterschied gut zeigen:

  • KI-Texte = informativ, neutral, aber oft seelenlos
  • Menschliche Texte = individueller Ton, kleine Beobachtungen, persönliche Note

1. Ton & Persönlichkeit

  • KI: klingt neutral, höflich, fast „zu perfekt“
  • Mensch: zeigt Haltung, Emotionen, der Text hat Ecken und Kanten

2. Details & Atmosphäre

  • KI: beschreibt Szenen oberflächlich
  • Mensch: nimmt wahr und beschreibt, wie es riecht, klingt oder sich anfühlt

3. Sprachrhythmus & Pausen

  • KI: Sätze sind gleich lang, strukturiert, oft mit Floskeln verbunden („darüber hinaus“, „insgesamt betrachtet“) und enthalten ein Übermaß an Gedankenstrichen.
  • Mensch: variiert im Rhythmus, nutzt Ellipsen, Pausen, kleine Brüche und Einschübe

4. Fehler & Unschärfen

  • KI: schreibt formal korrekt aber oft zu steril
  • Mensch: erlaubt sich kleine Umwege und persönliche Wendungen, denn genau das macht Texte authentisch

5. Gedankentiefe & Haltung

  • KI: bleibt an der Oberfläche, fasst Bekanntes zusammen
  • Mensch: ordnet ein, hinterfragt, bezieht Stellung, lernt, entwickelt neue Meinungen und Ideen aus seinen Erfahrungen

Ein guter KI-Text klingt korrekt, ein von einem Menschen erdachter Text klingt echt. Und das merkt man oft schon nach dem ersten Satz.

Sei konkret, nenne alle Voraussetzungen, die die KI benötigt, um den gewünschten Text zu generieren. Erkläre, welchem Zweck der Text dienen soll, aus welcher Perspektive er entsteht, also welche Rolle der Schreiber einnehmen soll. Und ein weiterer wichtiger Punkt ist der Stil. Wie soll der fertige Text klingen? Eher seriös, persönlich oder vielleicht humorvoll? Wenn du konkret beschreibst, was du brauchst, dann wirst du auch höchstwahrscheinlich einen guten Text erhalten.

Und wenn es mal etwas komplizierter wird, dann gibt nicht alles auf einmal ein. Führe den KI-Assistenten an die Aufgabe heran, erstelle Teilaufgaben und taste dich langsam ans Ergebnis heran.

Zum Schluss kannst du ChatGPT dann noch bitten, das ganze kritisch zu hinterfragen, denn kritisiert wird nur auf Anfrage, sonst lobt er für jede Idee, die man ihm vorgibt und das ist nicht immer zielführend. Aber wenn die KI konstruktive Kritik mit einfließen lässt, dann erhält man in der Regel ein grobes Gerüst, mit dem man prima arbeiten kann.

Das war die Zusammenfassung von Teil 1 unserer Mini-Podcast-Serie. Wir würden uns freuen, wenn du auch bei Teil 2 wieder dabei bist. Dann geht es um die Aspekte Ethik und Recht.

Gilles² – ChatGPT entzaubert: TEIL 1